Sehr beliebt und immer ein Hingucker sind homogen beleuchtete Glasflächen. Was dabei zu beachten ist, erklären wir euch in diesem Beitrag.

optiwhiteDie Qual der Wahl:

Als erstes stellt sich die Frage, welches Material sollte verwendet werden? Das schwere und teure Glas oder doch lieber das einfach zu verarbeitende Plexiglas?
Aus Kostengründen, und da es einfach zu verarbeiten ist wird meist das Plexiglas verwendet, doch sollte hierbei klar sein, dass dieses Material ein Kunststoff ist, der sehr anfällig ist auf Kratzer und diese Kratzer bei beleuchteten Scheiben sehr gut sichtbar werden. Für die Verwendung im dem Außenbereich, der Witterung ausgesetzt, überhaupt nicht zu empfehlen.

Sollte die Wahl auf das Plexiglas fallen, ist nur darauf zu achten, dass die Schnittkanten, an denen das Licht eintrifft, poliert sind. Dies ist ein sehr wichtiger Punkt, da ansonsten an die 50% der Helligkeit verloren geht und das Licht nicht richtig durch das Plexi gelenkt wird.
Schutzfolie erst entfernen, wenn die Leuchttafel fix und fertig ist, um eventuelle Bestätigungen während des zusammenbauen zu vermeiden.

Entschließt man sich ein richtiges Glas zu verwenden, sollte ein Glas verwendet werden ohne Grün-Anteil. Eine sehr beliebte Version des sogenannten Weißglases nennt sich Optiwhite. Auch hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die Kanten an denen das LED eintrifft, poliert sind.

Wie erzeuge ich das Licht?

Beim nächsten Schritt sollte man wissen, wie das Licht bei solchen Glasbeleuchtungen eigentlich entsteht. Einfach mit einem LED durch ein Glas hindurch zu leuchten, bedeutet noch lange nicht dass dieses Licht sichtbar ist und die Scheibe schon leuchtet … Nein … Falsch!
Jetzt glauben auch einige Leute es muss an der Rückseite ein Spiegel geklebt werden – das ist auch Falsch! … Aber warum?

Schickt man das Licht nur durch die Glasscheibe, entweicht es nach allen Seiten, da es keine Fläche Gibt an der es aufgenommen wird – Es schießt einfach nur hindurch.
Bei der Verwendung eines Spiegels, wird das Licht nur durch die gegenüberliegende Seite durch gelenkt – wird aber dadurch nicht sichtbar.

Beispiel für Falsch beleuchtete Glasscheiben: Das Licht verliert sich nach wenigen Zentimetern
Beispiel für Falsch beleuchtete Glasscheiben: Das Licht verliert sich nach wenigen Zentimetern

Es muss dem Licht eine Fläche gegeben werden, an der es aufgenommen werden kann. Hierzu verwendet man die Farbe weiß. In der Schule haben wir mal gelernt, dass Licht von schwarzen Flächen aufgefressen wird, und von weißen Flächen wiedergegeben wird.

Es gibt 4 Verfahren wie das gemacht werden kann:
  • Rückseite der Scheibe mit weißer, matter Folie folieren
  • Rückseite der Scheibe satinieren (bleibt leicht transparent und wolkig)
  • Rückseite der Scheibe gravieren
  • Rückseite mit Siebdruck versehen (hält nicht ewig)

Beim gravieren oder satinieren wird die Oberfläche der Scheibe Verletzt und wird dadurch weiß/matt. Somit kann das Licht aufgenommen werden.
Wählt man die Art der Folierung dann darauf achten, dass die Folie matt ist.
Sollte eine glänzende Folie verwendet werden, wird durch die Oberflächenspiegelung wieder ein Teil vom Licht weiter reflektiert und nicht aufgenommen.

Im Vorhinein sollte überlegt werden, wie die Tafel montiert werden soll. Wichtig ist im Vorhinein zu wissen, ob das Profil auch einen halt für das Glas bieten soll oder ob das Glas anders befestigt oder gestellt wird.

Von einer oder von zwei Seiten beleuchten?

Das Ziel solcher Produkte ist es, homogen zu wirken. Bei einer Höhe von über 20cm sieht es schöner aus, wenn von zwei Seiten das Licht eingespeist wird. Theoretisch sind auch 50cm mit einer Leiste schaffbar, aber über die Distanz verliert sich das Licht immer mehr und wird dunkler. Mit einer zweiseitigen Einspeisung lässt sich dies recht gut ausgleichen.

Um das LED-Profil an dem Glas anzubringen, gibt es verschiedene Möglichkeiten bzw. sollte versucht werden, das Licht schön durch das Glas hindurch zu leiten.
Hierzu gibt es 3 Grafikbeispiele wie Profil und Glas kombiniert werden können:

Version 1
Version 1

Version 1:

Bei Version 1 wird ein U-Profil verwendet, das zusätzlich einen weiteren Einschub für ein Kühlprofil oder in unserem Fall, einer Linse anbietet.
Es sollte ein kleiner Steg vorhanden sein, an dem das Glas anliegen kann, um nicht direkt mit der Linse in Berührung zu kommen und diese eventuell zu beschädigen.
Diese Linse benötigen wir, da ein Standard LED-Streifen einen Abstrahlwinkel von 120 hat und wir das Licht bündeln wollen, um es durch unsere komplette Glashöhe durch zu bekommen. Die Linse (auch Linearlinse genannt) sollte das Licht zwischen 20 und 30° bündeln.

 

Version 2
Version 2

Version 2:

Hier verwenden wir auch ein U-Profil aber diesmal ohne einer zusätzlichen Möglichkeit, etwas in der Mitte einzuschieben. Dies ist hier auch nicht notwendig, wenn wir bei der Wahl des LED-Streifens darauf achten, dass hier schon eine kleine Linse über jeden LED-Chip vorhanden ist, der das Licht schon bündelt. Der Restliche Aufbau ist der Selbe wie bei Version 1.

 

 

 

Version 3
Version 3

Version 3:

Diese Version kann verwendet werden, wenn das Profil eingebaut wird. z.B. oben und unten in ein Holz eingefräst und dazwischen wird nur die Scheibe gestellt. Dies hat den Vorteil, dass hier auch mal wieder was geändert, bzw. repariert werden kann. Allerdings kann das Profil nicht direkt mit der Scheibe befestigt werden.
Hierbei verwenden wir auch unsere Linse wie aus Version 1, aber die Linse schließt bündig mit dem Profil ab. ( Diese Version wird am häufigsten verwendet, da solche Profile sehr häufig zu finden sind und auch Preiswert angeboten werden.

 

 

Welchen LED-Streifen verwenden?

Die Wahl der Farbe ist Geschmackssache. Ist geplant, dass dieses Produkt lange Betriebszeiten haben wird (die ganze Nacht in einem Lokal) dann eher Versionen verwenden die einen Leistungsverbrauch kleiner 10W/m aufweist. – Generell ist drauf zu achten dass der LED-Abstand auf der Platine relativ klein ist, also die LED´s eng aneinander liegen. Das Band soll auch unbedingt in der Mitte des Profils und in einer Geraden Linie eingeklebt werden, ansonsten kann es sichtbare Unterschiede über die Länge geben.

Wird die Tafel weniger als 3 Stunden im Tag eingeschaltet, kann jedes LED-Band verwendet werden.
Es sollte nur beachtet werden, dass die Kühleigenschaften eingeschränkt sind, da die Temperatur nicht auf dem einfachen Weg entweichen kann.

Wird diese recht aufwendige Art von Glasflächenlicht schon bald viel einfacher durch OLED? – Lassen wir uns überraschen was kommt …

Richtig angewandt könnte das Ergebnis so aussehen:
Glasbeleuchtung hinter Küchenarbeitsfläche
Glasbeleuchtung hinter Küchenarbeitsfläche

3 KOMMENTARE

  1. Danke für die schnelle Antwort, Ihr seid die besten … Ich habe soviele Stunden erfolglos nach einem passenden schmalen Profil für Glasscheiben gesucht.

    Weiter so! Danke

    Liebe Grüße

    Michael

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here